Seit 25 Jahren Familie Bürli

Vor 60 Jahren wurde die Grastrocknungsgenossenschaft Willisau und Umgebung gegründet. Damals galt es in der ganzen Schweiz die Produktion von einheimischen Futtermitteln zu fördern. Vor allem die Herstellung pflanzlicher Proteine musste gefördert werden, um von Importen unabhängiger zu werden. Mit den Trocknungsanlagen wurde eine technische Möglichkeit gefunden, um unsere einheimischen Gräser und Pflanzen zu hochwertigem Kraftfutter zu veredeln. Bald wurden landesweit Grastrocknungsanlagen gebaut. So auch in Willisau. Im Verlauf der Jahre entwickelte sich der Trocknungsbetrieb Willisau zu einem professionellen Verarbeitungs- und Handelsbetrieb für Rau-, Eiweiss- und Energiefutter. Anfang der 70er-Jahre wurde in der Schweiz erstmals Mais angebaut. Mit der Verarbeitung von Mais stieg der Umsatz zusätzlich an. Investitionen in Gebäude und Maschinen konnten getätigt werden.

Mit der Liberalisierung der Landwirtschaft in den letzten Jahren in ganz Europa muss sich die Schweiz jedoch neuen Gegebenheiten stellen. Ein rauer Wind bläst uns ent­gegen. Mit dem Abbau von Importrichtwerten und Zöllen im Inland sind wir heute einem noch nie dagewesenen Kostendruck ausgeliefert. Grosse Warenverschiebungen in Europa sind an der Tagesordnung. Trotz grosser Mobilität kann der Nachfrage nach Nahrungsmitteln in hungerleidenden Ländern nicht genug entsprochen werden. Wie in vielen Ländern ist auch in unserem Land die Proteinproduktion für die Fütterung von Nutztieren bedenklich tief. Die Selbstversorgung beträgt derzeit nur gerade 15%. Wir stehen möglicherweise wieder an einem Punkt wie vor 60 Jahren. Seuchen und GVO-Themen könnten unseren pflanzlichen Proteinen wieder zu einem Aufschwung verhelfen. Die schweizerische Landwirtschaft hat schon manche Krise überwunden. So glaube ich weiterhin an unsere Landwirtschaft, an die Nahrungsmittelproduzenten und unseren Trocknungs- und Verarbeitungsbetrieb. Deshalb haben wir uns für einen Neustart entschieden. 2008 konnten wir das neue Werk in Alberswil in Betrieb nehmen.

Josef Bürli-Zettel